Gedankenmüll.

Angesichts der Tatsache, dass der Graf vor 2 Tagen verkündet hat, dass er den letzten Vorhang runter lassen will, wenn auch nicht sofort, sondern nach seinem Höhepunkt, dem Album „Gipfelstürmer“, kreucht und fleucht es in meinem Kopf wieder mal. Alte Erinnerungen erschlagen mich wie Ambosshämmer, dabei hab ich „nur“ „Alles hat seine Zeit“ angemacht, und lausche ein wenig seiner wundervollen Stimme. Heute hatte ich auf der FB Seite von UH schon gelesen wie manche ganze Romane verfasst haben, weil sie logisch nicht wollen, dass er geht. Das hat mich wieder so raus gerissen, und UH hat mich jetzt soviele Jahre begleitet, ich hab ihn von Anfang an auf den Festivals gesehen, wo noch keiner gross „Graf Graf“ gekreischt hat. Wo er noch in der schwarzen Szene zu Hause war, nicht wie in Rosenheim in einer Maße an bunten Gestalten, und ich hab ihm seinen Werdegang nie übel genommen. Er macht Musik die berührt, er trifft die Worte wie kein anderer direkt ins Herz, und dann noch diese Stimme, das lässt mich „fliehen“, im Normalfall, wenn es da nicht die Tatsache gäbe, dass ich mit jemand gleichzeitig viel mit ihm verbunden hätte. *seufz*

Im Moment wünscht ich mir, ich könnte die Schatten der Vergangenheit verjagen, aber sie kommen immer mal wieder zurück, unwillkürlich, willkürlich, bewusst, unbewusst, gewollt, ungewollt. So ist das Leben, diesen Gang kann ich nicht aufhalten. Wenn ich jetzt mit Logik gehen würde und nach Bauchgefühl würde ich sagen, „Graf“, auch auf deinem letzten Weg begleite ich dich noch, und dann leb wohl, es ist besser so. Aber die Musik bleibt ja, und sie wird immer wieder diese Verbindung herstellen, und wenn ich mit dem Herz entscheide, weiss ich, dass es Quatsch ist das zu wollen. Wieso müssen alle gehen „wenns am schönsten ist?“? Was ist das für eine bekloppte Logik? Warum zieht man erst soviele Menschen in den Bann, um dann mit einem Hammerschlag zu entscheiden, „dass wars“? Okay, es war nicht erst beim letzten Konzert, aber trotzdem!!!, es ist unschön, blöd, richtig beschissen!

Natürlich macht er es richtig! Es geht nicht nur um die Familie, da bin ich mir sicher. Wenn ich an die ersten Kapitel aus seinem Buch denke, dann bin ich mir sicher, dass er Angst vor dem grossen Fall hat. Er hat sich soviel Stück für Stück mit viel Engagement selbst erarbeitet, von ganz unten, und nicht alle haben an ihn geglaubt, und ich bin mir sicher, da will man wenn man es einmal geschafft hat NIE wieder hin. Also besser aufhören bevor so ein tiefer Fall kommt wie bei den meisten Musikern. Irgendwann kam es immer, ein fetter Schuldenberg war das Ende der meisten, und dann zieht man wohl besser die Notbremse bevor man auf die Klappe fällt. Wer hätte davor nicht Angst? Mich wundert eh, dass er jetzt noch etwas gemacht hat, wobei es ja sein musste, und ich glaube, die Entscheidung hat was mit dem ESC zutun. Ich weiss nicht, aber es fühlt sich so an. Er könnte ja auch einfach eine Auszeit nehmen, sowas kursierte ja auch letztes Jahr durchs Internet, und dann hat er doch wieder gemacht und getan. Vielleicht steckt er auch schon mitten im Burnout? Ich weiss es nicht, aber das könnte ich mir gut vorstellen. *seufz* Irgendwie fürchte ich ja, dass die „bitte nicht aufhören Rufe“ im nichts Verhallen. Ich find es nur so unglaublich schade, und deswegen wollte ich meine drei Worte Senf dazu geben. *schnief*

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