Ein furchtbares Jahr geht zu Ende.

Nun liege ich hier seit Stunden und will eigentlich so gern einen Rückblick schreiben, aber ich bekomme es einfach nicht hin. Ich denke, und denke, und denke. Schlafen kann ich aber auch nicht. Der 31.12. kam so schnell, und immer wieder dachte ich vorher, heute schreibe ich noch was, und dann war der Tag vorbei, und ich hatte wieder nichts geschrieben. Keine Weihnachtsgrüße, keine Gedanken, nichts Gutes, nichts Schlechtes. Einfach gar nichts.

Jetzt habe ich ein bisschen geschlafen von 6 Uhr bis 11 Uhr, Stefan war so schnell weg, er muss ja arbeiten, das ich irgendwie völlig neben der Rolle bin. Ich bin total angespannt, und ich würde mir am liebsten eine Tablette reinwerfen damit ich wieder runter komme, aber ich kann nicht, wenn Maxi muss, müssen wir raus, und dabei hab ich so eine verdammte Panik alleine an Silvester. Die kleine Babyprinzessin schläft bei mir, aber Maxi scheint bei den Katzen zu sein. 🙁

Mir kommen jetzt schon Tränen, da frage ich mich, wie soll ich diesen Tag nur überleben?!  (13.30 Uhr) Jahreswechsel allein, außer meine Tiere ist da niemand, und das, obwohl Stefan wusste wie schlimm dieser Tag für mich ist. Aber er hat einfach kein Gespür für mich, und ich bin ja erwachsen. Er hätte sowieso kein Verständnis. Ich fühl mich so einsam. Aber das ist ja nicht erst seit heute so. Das dauert schon Tage, Wochen, Monate, Jahre. :'(

Osternsonntag 2015.

Ich fühl mich schrecklich. Die Sonne scheint draußen. Der Sturm der letzten Tage ist vorbei. Aber ich bin mit den Tieren alleine.

Ich bin unglaublich glücklich meine Tiere zu haben, jedes einzelne von ihnen. Aber ich hab ein schlechtes Gewissen. Geld ist im Moment ja nicht wie Heu vorhanden hier, und alle Tiere hat mir Stefan bezahlt, und das macht ein unglaublich schlechtes Gewissen, zumal er ja auch schon genug deswegen in den letzten Wochen gesagt hat. Nicht wegen den Tieren, über die ist er auch glücklich, aber trotzdem, ich merke es doch. Und ich weiss, das diese ganze Misere aus dem letzten Jahr nun mal wegen mir war, und dadurch wächst mein schlechtes Gewissen noch mehr. Ich frag mich, ob wir da je drüber hinweg kommen? Mittlerweile arbeitet Stefan ja wieder, und das ist auch gut so, aber was durch den Mist entstanden ist macht die Probleme so schwerwiegend, dass man eigentlich nicht überleben kann. Es ist einfach furchtbar.

Freunde habe ich nicht. J. ist wieder weg, sie hat mir nen richtig üblen Einlauf gemacht. Das war mir wirklich zuviel. Und dann immer wieder diese Gedanken von ihr, die einfach nicht stimmen. Wenn ich sage ich bin wegen etwas nicht sauer, dann bin ich es nicht. Traurig darf ich doch wohl trotzdem noch sein. Angeblich ging es mir nur um Geld und Geschenke. Da fehlen mir wirklich sämtliche Worte zu, weils einfach nicht stimmt. Ich bereue es sie auf die Bestattung von Gismo hingewiesen zu haben. Sie fand es ja auch dreist das ich sie gefragt hab. Ich hab sie aber nicht mal gefragt. Ich wollte ihr nur die Möglichkeit geben, falls sie möchte, dass sie mir was dazu gibt. Mehr nicht. Ich hab mich über jeden Cent gefreut. Mir ging es nicht darum das es jemand anders bezahlen soll. Bei uns ist es halt so, wenn Verwandte gestorben sind, dann gab man eine Kleinigkeit, nur deswegen hatte ich gefragt, und es haben mir welche geholfen, Menschen von denen ich es überhaupt nie nicht erwartet hätte. Das hat sie mir ja auch vorgeworfen, immer wieder würde ich wen finden der mir hilft. Ja sorry, ich zwinge dazu keinen. 🙁

S. hatte ich wegen Gismo Bescheid gesagt, aber irgendwie hätte ich mir das auch sparen können. Aber immerhin muss ich jetzt kein schlechtes Gewissen haben, dass ich es ihr verschwiegen habe. Für mich war das das Mindeste.

C. mag grad nicht privat schreiben, weil es ihm selbst noch so mies geht.

F. zickt mich an, weil sie ebenfalls meint, das traurig und sauer eins wären. Ist es aber nicht bei mir. 🙁 Also schweigen wir uns an.

Tja, und nun muss Stefan morgen auch arbeiten, weil den Chefs gestern eingefallen ist, dass ja Ostermarkt ist, und jetzt haben sie doch offen, aber nur morgen, sonst nicht. Total bekloppt für die Leute im Ort, so rafft doch kein Mensch wann wirklich offen ist. Stefan arbeitet soviel, dass er am siebten Tag der Woche (egal auf welchen Tag sein frei fällt) fast den ganzen Tag schläft, und das kann ich auch gut verstehen, war damals bei mir ähnlich als ich in der Gastro gearbeitet habe. Da kann ich nichts mehr von ihm erwarten, verständlich, tue ich auch nicht. Problem ist nur, so bin ich ganz allein. So fühlt sich für mich alles nur noch nach Einsamkeit an. Tiere ersetzen nämlich leider keinen Menschen. So war es ja schon früher bei ihm, ist ja nix Neues. Ich nehm das alles so hin, weils ohne Arbeit auch nicht geht, er so wenigstens etwas besser drauf ist, weil er raus kommt. Shit happens, so ist das Leben eben.

Gleich werde ich eine Runde mit Maxi (unserem neustem Familienmitglied) draußen drehen. Vielleicht hilft mir das ein wenig. Vielleicht kann ich meine negativen Gedanken, die wieder in die schlimmste Richtung gehen, somit etwas wegschieben. Was würde ich dafür geben wenn ich diese Gedanken einfach nicht hätte? 🙁