Juni 30

Freundschaft.

Immer wieder sind in mir diese Zweifel ob mich überhaupt ein Mensch mögen kann. Normaler Weise bin ich so, dass ich alles in Frage stelle, dass man am besten ausspricht was man bei mir empfindet oder denkt, aber selbst diese Worte können oft die Zweifel nicht ändern.

Vor etwas mehr als einem Jahr lernte ich im Internet eine Frau übers lesen kennen, oder war es doch eher wegen den Katzen. Sie addete mich in Facebook, und wir verstanden uns von Anfang an wirklich super gut. Immer wieder stellten wir Gemeinsamkeiten fest, fast schon paradox viele. Ich kenne das eher nicht, dass es Menschen fast genau so geht wie mir, weshalb mich die Leute oft nicht verstehen, oder missverstehen. Aber mit ihr war es anders. Ich musste schon des Öfteren schmunzeln, weil es immer wieder zu solchen Ähnlichkeiten kam. Anders ist schon fast eine Ausnahme. 😉

Das erste Mal sahen wir uns dann im Frühjahr zur Leipziger Buchmesse auf dem Lovelybooks-Treffen. Das war natürlich nicht so lang, und meine Panik hat den Start etwas schwierig gestaltet, aber sie war mir nicht böse deshalb, so kamen wir schnell ins Gespräch und stellten fest, dass wir uns schon da super verstanden.

Als nun endlich der Berlin-Urlaub anstand haben wir uns wieder mit ihr und ihrem Mann verabredet, wir sind zu den beiden nach Hause gefahren, weil ich so gern ihre Schmusekatzen kennen lernen wollte. Mein erster Akt, Tasche neben die Tür stellen und Katzen beschmusen. 😀 Beide ließen sich sofort von mir streicheln, sogar die Katze, welche sonst etwas skeptisch gegenüber fremden Menschen ist. <3 Das hat mir wieder gezeigt, dass ich eben doch die Katzenfrau bin, und ich bin mir sicher, Katzen merken es wenn Menschen es gut mit ihnen meinen. Dieser Abend war schon richtig toll, ich hab mich so wohl gefühlt, obwohl wir ja in einer fremden Wohnung waren, mit Menschen die wir vorher erst einmal gesehen hatten, aber es war als würden wir uns schon ewig kennen, und wenn die Männer nicht in Reichweite waren, konnten wir so vertraut reden, das tat einfach gut.

Und jetzt kam also das letzte WE, Stefan wollte gern auf die Fanmeile, ich wäre auch mit ihm gegangen, aber V. hat ihren Mann gefragt, und so sind die Männer auf die Fanmeile, und wir waren in "Madame Tussauds". Das bekam ich von ihr noch zum Geburtstag, das war eine tolle Überraschung. 🙂 Es war total klasse, die Figuren anzuschauen, und genau hinzuschauen ob sie nun gut getroffen wurden oder nicht. Ich muss sagen, bei einigen muss man schon genau hinschauen um zu sagen "ja ok stimmt, passt". Ich hab einige Bilder gemacht, die aber leider nicht perfekt sind, aber ich werde sie wohl später noch einfügen. Kurz vorm Ende gab es dann die Möglichkeit eine Hand aus Wachs von der eigenen machen zu lassen, da konnte ich nicht nein sagen, und V. war so lieb auf mich zu warten und ein paar Bilder zu knipsen. Eine schöne Erinnerung an den Tag für mich. 🙂 Ganz zum Schluss gabs dann noch die Bilder die am Anfang geknipst wurden zu kaufen, die habe ich für uns beide jeweils mitgenommen, und dann gab es noch einen Souvenier-Shop wo ich eine Berlin-Tasse mitgenommen habe. 

Wir sind dann erstmal zum Starbucks, wo ich auf dem ekligsten WC seit langem war, aber es gab den leckeren Karottenkuchen den ich so liebe, und meinen liebsten Chai-Latte. ♥ Dort haben wir erstmal ein wenig gesessen und geredet, und unseren Kuchen vor den Spatzen verteidigt. Die waren so ohne Angst, die haben sich einfach zu uns auf den Tisch und auf die Stühle gesetzt.

Als der Wind dann kühler wurde haben wir uns langsam auf in Richtung Abendessen-Location gemacht. Auf dem Weg dort hin waren wir noch im "Nivea-Haus", wo ich aber nichts mitgenommen hatte. Anschließend ging es dann ins "Kulturkaufhaus Dussmann". Hach. ♥ Ein Paradies!!! 😉 Wir haben uns dort Sitzgelegenheiten gesucht, und wir haben in verschiedene Bücher reingeschmökert. Ich konnte dann am Ende auch nicht widerstehen, und mir sind 4 Bücher nach Hause gefolgt, welche alle bis auf eines mit Berlin zutun haben. *gg* 
Aber was ich auch nicht unerwärnt lassen möchte, ist das Gespräch was wir während dessen noch führten. Es war schön einfach mal wieder so reden zu können, einen Zuhörer zu haben, und das Vertrauen das mir entgegen gebracht wurde. Mir war dann einfach danach das auch zu sagen, und damit habe ich sie wohl ziemlich getoucht, das war ein schöner aber gleichzeitig auch hilfloser Moment für mich, weil ich nicht wusste, ist es jetzt richtig oder falsch das gesagt zu haben.

Irgendwann haben wir uns dann langsam auf zum Maredo gemacht, aber der war nicht mehr weit weg. Zum Glück ist V. nicht so gerannt, denn ansonsten wäre die gesamte Strecke für mich schwierig geworden. Wir haben dann schon mal was zu trinken bestellt, und als das Fussballspiel vorbei war kamen unsere Männer dann auch, und wir konnten Essen bestellen.

Ausklingen lassen haben wir den Abend bei einem Cocktail im Sony-Center, allerdings ohne Fussball, und das hat V.s Kerl ganz schön angepisst. Mir war es nur recht so, aber das konnte ich ja schlecht lauthals verkünden, dann wäre ich wohl gestorben. *lol* Am Ende hat Stefan die Rechnung übernommen, weil wir das letzte Mal eingeladen wurden. 🙂

Leider endete dieser schöne Tag wieder viel zu schnell, und ich weiss noch gar nicht genau wann ich wieder in Berlin bin, und das macht mich richtig traurig. Spätestens aber Ende September, und da werden wir uns auf jeden Fall auch wieder sehen. ♥

Auf eine lange Freundschaft! ♥♥♥

Januar 12

Distanz.

Ich find es schon wieder ziemlich aussagekräftig was passiert ist. Ich hab zu den meisten Menschen eine ziemliche innere Distanz, auch wenn ich versuche zu denen nett und zuvorkommend zu sein. Wenn die Menschen versuchen mich mit Worten zu überzeugen wie nett sie doch sind, und wie gern sie mich mögen, bleibt immer eine Portion Zweifel zurück, und bisher hat mir meine Erfahrung recht gegeben. Menschen reden ja gern wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, aber wenn es um sie selbst geht, dann hätten sie doch gern total viel Rücksicht.

Ich bin wirklich kein Mensch der darauf pocht, dass man sich ganz viel mit mir beschäftigt, weil ich weiss wie oberflächlich das ist, wenn es nur über FB ist. Man liked hier was, und da was, und bald liked man ohne Sinn und Verstand einfach alles was in der eigenen Timeline an einem vorbei rauscht, und dann macht man auch mal ein paar blöde Sprüche. Dann darf man sich aber auch nicht wundern, wenn es Menschen gibt, wo man doch weiß wie sensibel die sind, dass die dann darauf vielleicht reagieren. 

Es gibt einfach Worte, die lösen in mir einfach nur Schmerz aus. Mich eklig zu nennen ist so etwas. Wenn man etwas "allgemein" nicht mag, dann kann man das einfach schreiben, aber muss man mir schreiben wie eklig bestimmte Sachen sind? Vor allem verletzt es mich, wenn es ausgerechnet eines der wenigen Körperteile ist, dass ich ein kleines bisschen mag. Das würde wohl jedem so gehen.

Warum kann man das nicht einfach in neutralen Worten sagen? Wieso muss man gleich die volle Breitseite an Negativität mit einbringen? Ich begreif das einfach nicht. Und wieso darf man nicht mal sagen, dass das verletztend war? 

Ich bin der Meinung, wenn man jemanden wirklich mag, darf man den Jenigen auch darauf hinweisen wenn einen was weh tat, wenn es die falsche Wortwahl war. Bei Menschen, die keinerlei wirkliches Interesse an einem haben klickt ganz schnell der Finger zum Abwurf von der Freundesliste. Klappe die Zweite. 

Wieder war ich skeptisch, wieder wollte ich das alles gar nicht, und wieder hab ich nachgegeben. Ich bin manchmal so so so dumm. Und wieder verletzt es mich, auch wenn es das nicht sollte, weil es kein Mensch war, der für mich da war, wenn ich jemand gebraucht hätte. *seufz*

Dieser ewige Zwiespalt macht mich echt fertig, aber diese Erfahrung gibt mir mal wieder recht. 🙁