April 21

Ostern. – Alte Heimat.

Es gab viele traurige Momente an diesem Wochenende für mich, aber das war klar für mich. Heute habe ich jetzt einfach gar nichts gemacht, ich musste all das auf mich wirken lassen, denn es war für mich ganz schön hart in meiner alten Heimat zu sein. Wie lange hatte ich mir schon gewünscht endlich wieder einfach mal dort zu sein. Endlich konnte ich Stefan mal ein bisschen zeigen. Aber es ist mit ihm nicht einfach irgendwo zu sein. Ich hab so oft das Gefühl das ihn all das leider nicht interessiert. Er sagt ja auch immer wieder, dass er nur wegen mir mit mir weg fährt. Gar nicht so einfach für mich. Oftmals merkt man, dass er einfach keine Interessen hat, und wie geht man mit so einem Menschen um? Aber ok, er ist mit mir gefahren, was will ich mehr. *seufz*

Von meiner Familie hab ich in der Tat keinen mehr gesehen, bei Oma hab ich einen Zettel und ein kleines Present in den Briefkasten gesteckt. Ich nehme an, ein danke wird es nicht geben. Aber ich hab mich nicht überwinden können bei meiner Tante zu klingeln, zumal ich doch weiss, dass ich in deren Leben keinerlei Rolle spiele.

Unser Hotelzimmer war ok, das Frühstück auch, und es gab sogar einen kleinen Osterkorb, worüber ich mich echt gefreut habe. Stefan wars zu wenig, und er hätte lieber frische Brötchen gehabt, aber leider gab es sowas nicht. Was ich echt blöd fand, war, dass wir dann leider etwas Stress hatten, und es kein Spätauschecken gab, obwohl wir das ja gebucht hatten. *seufz* Dann kam da eine ziemlich blöde Ausrede, und das hat mir auch nicht gefallen.

Eigentlich hatte ich zuerst die Idee nach Eisenach auf die Wartburg zu fahren, aber ich hätte an dem Tag einfach nicht die 500m Berg hoch geschafft, und so musste ich mir etwas anderes überlegen, und so hab ich vorgeschlagen eines der KZs in Thüringen anzuschauen. Stefan hatte mal wieder kaum eine Meinung, und ich hab dann halt gesagt, dass wir nach Weimar fahren zum KZ-Buchenwald. Dort kamen wir dann gegen kurz nach 13 Uhr an.

Da ich nicht soviel gefrühstückt hatte, und es schon gut 4 Stunden vergangen waren, hatte ich natürlich Hunger, aber Stefan schien das gar nicht zu gefallen. Wir sind dann aber trotzdem in das Cafe vor Ort gegangen, und darüber bin ich echt froh, sonst hätte ich den Marsch über das Gelände nicht geschafft. Für mich gab es Bohnensuppe, für Stefan Nudeln mit Pilzen, und für jeden einen Nachtisch. Leider hab ich Stefan direkt angesehen das es ihm nicht geschmeckt hat. *seufz*

Dann gab es natürlich direkt wieder Diskussionen. Ich wäre so gern mit bei der Führung dabei gewesen, hätte auch nichts extra gekostet, aber Stefan wollte nicht, also sind wir alleine mit der Führung auf Ipod geaufen. *schnief* Wir haben lange nicht alles geschafft, und mir taten so sehr die Füsse weh als wir fertig waren, ich dachte ich sterbe. *seufz* Kurz vor 18 Uhr sind wir dann zurück an der Info gewesen, und ich bin fix in den Buchladen. 2 Bücher hab ich mir ausgewählt, hab auch beide schon angelesen, aber die sind recht dick, und so wird das wohl einige Zeit in Anspruch nehmen.

Kurz nach 20 Uhr waren wir dann in Roth beim Schmidt-Bäcker, wo es dann noch leckeres Osteressen gab. Und 23 Uhr waren wir bei den Mausis zu Hause. So richtig gut gefressen haben die leider nicht, nur ihr Trockenfutter. Die müssen das richtig vermisst haben letzte Woche. Naja, muss ich halt selbst öfter nachschauen ob sie noch genug haben, sonst passiert sowas wie Donnerstag, und sie machen wieder Selbstbedienung.1 Stunde später war Stefan schon lange eingeschlafen, und ich war auch so platt, dass ich dann auch fast gleich schlief, bis ich kurz vor 6 Uhr von den Schnurris geweckt wurde. 🙂

Heute war dann ein kompletter Chilltag, aber wie oben erwähnt war das auch wirklich notwendig…

April 20

Alte Heimat.

Samstag morgen kurz nach 9 Uhr bin ich mit Stefan zu Hause gestartet, dann waren wir noch kurz bei seiner "Oil-Tankstelle" tanken, und dann ging es los Richtung Erlangen, weiter Richtung Suhl ein ganzes Stück auf der neuen Autobahn. Diesmal sind wir auch auf der Autobahn geblieben, aber kurz vor Gotha sind wir runter und dann durch den Thüringer Wald und die fiesen Serpentinen. Oh man, ich hasse diese Teile, und mir wird so schlecht wenn wir da fahren, irgendwie bin ich echt viel empfindlicher als früher.

Dann ging es von Gotha bis Eisenach noch ein Stück auf die A4, aber das sind ja nicht mal 30 km. Dort sind wir dann runter und Richtung alte Heimat, Langula. Da ging es dann nochmal kurvig durch den Wald, und dann waren wir auch schon da. 

Stefan knurrte dann aber doch schon der Bauch, es war so kurz vor 13 Uhr, also sind wir gleich nach Mühlhausen rein gefahren. Ich wollte schauen ob beim Schwanenteich irgendwo was offen hat, aber da sah es nicht danach aus, also sind wir in die Innenstadt, und waren dann im Cheers. Da hab ich dann ein leckeres Würzfleisch als Vorspeise gegessen, und hinterher gabs für mich Rostbrätl mit Bratkartoffeln, ohhh das hat mir sehr gut gemundet. Für Stefan gab es eine Bärlauchsuppe und Schnitzel und Spargel.

Nachdem wir gesättigt waren sind wir noch ein bissl über den Steinweg geschlendert, ich war noch fix im Müller, da hab ich noch Winterkatzen gekauft. 😀 Die waren da auch runter gesetzt, und dann haben wir noch die Marienkirche angeschaut. Die haben sie richtig schön sauber gemacht, sieht beinahe aus wie neu gebaut. Aber die ist auch wirklich sehr sehr hübsch.

Dann sind wir wieder umgedreht, und ich hätte so gern noch nen Eis gegessen, aber irgendwie konnt ich mich nicht durchringen, mit einmal hatte ich diese Panik, dass da jemand sein könnte der mich kennt, und dann war es aus innerlich. 🙁 Also sind wir erstmal zum Hotel und haben eingecheckt, haben uns ein Stündchen ausgeruht, bis wir uns nochmal los gemacht haben.

Zuerst ging es dann wieder nach Langula, auf den Friedhof. Auf dem Weg dort hin waren wir aber noch kurz schauen wie meine alte Schule jetzt ausschaut, und wir waren am Mittelpunkt Deutschlands. 🙂 
Jetzt sind die Gräber von Oma Pauline, meinem Vater und Oma Anna und ihrem Mann weg. Das letzte Mal war glaube ich nur das letzte Weg. Irgendwie ist das so seltsam. Bei dem Grab von Opa standen natürlich auch direkt welche daneben, wie nervig! Da hab ich dann auch keine Ruhe und kann da irgendwie grossartig lang bleiben.

Weiter ging's nach Flarchheim, aber da waren grad zig Leute auf dem Friedhof, das ging einfach gar nicht, da bin ich gar nicht erst hin. *seufz* Ich weiss, ich bin schrecklich.

In Altengottern bei Leon konnt ich mich dann endlich in Ruhe auf die Bank davor setzen die für Oma immer da steht. Es war irgendwie "schön" diese Ruhe genießen zu können, und irgendwie war ich so meiner Familie auch ein Stückchen näher.

Über den Plattenweg gings dann zurück nach Langula. Ich hatte mich dann doch tatsächlich durchgerungen bei meiner Oma zu klingeln, und eigentlich bin ich mir recht sicher, dass ich was gehört hab. Aber geöffnet hat niemand. 🙁 Ach mano. Das hat mich so heftig Überwindung gekostet, aber was soll ich machen? Innerlich ist mir da alles vergangen, aber was soll's, so ist es halt. Ich hab es ja geahnt.

Also sind wir wieder nach Mühlhausen, weil dort auch grad ab heute das Volksfest ist, sind wir noch auf den Blobach. Süss wenn man unser riesiges Fest gegen das kleine sieht, und trotzdem waren nicht gerade viele Menschen dort. Ich war da aber schon so traurig, das gar nix mehr ging. Immer wieder liefen Leute an mir vorbei, wo ich dachte, die starren mich an, die kenne ich, die wissen auch genau wer ich bin. Und dann kam's, Stefan war kurz für kleine Königstiger, und schon wurde ich doof angemacht von solchen vielleicht grad 18 jährigen. So ala "guck mal der will was von dir… hahahahahahaa". Man das erinnert mich so an früher. 🙁 Dabei war Stefan nicht mal zwei Minuten weg. Wir haben dann noch was getrunken, und sind dann nochmal die Runde zurück, ich hab auch nicht wegen Losen oder so gebettelt, ich wollt Stefan net wieder sauer machen. Aber er hat mir Schokofrüchte mitgenommen. 

Dann war es so kurz vor 20 Uhr, und dann sind wir auch zurück ins Hotel, haben DSDS angemacht, und Stefan ist fast gleich eingeschlafen. Naja, er ist ja auch den ganzen Tag gefahren, daher ist das schon ok. 2 Stündchen hatte ich auch schon geschlafen, aber dann war ich wieder wach. Hm.

Ja, und nun lieg ich wach und denke nach. Dabei wäre ich so gern noch draußen, würde ein wenig die Zeit zurück drehen, aber alleine mag ich das auch nicht. *seufz*