7 Jahre kleine große Prinzessin Juli.

Meine kleine Prinzessin, vor 7 Jahren lag ich schon eine Nacht im Klinikum Essen. Morgens kamen Papa, und J., eine Freundin die eigentlich deine Pate werden sollte, um mir beizustehen wenn du auf die Welt kommst. Es war kurz vor 7 Uhr, und wir sollten eigentlich als erstes dran sein. Mama wurde fertig gemacht, zog schon mal das OP-Hemd an, und nun ging das grosse Warten los. Vom Himmel rieselten Schneeflocken, und in meinem Kopf war ein Wirbelsturm. Ich hatte Angst um dich, was wenn was schief gehen würde, wo die ganze Schwangerschaft schon mehr schlecht als recht gelaufen war.

Wir wurden zum Kreißsaal geschoben wo eine Infusion gelegt wurde, da es scheinbar eine Verzögerung und einen Notfall gab. Aus einem Notfall wurden 5, und so wurden wir wieder zurück ins Zimmer gebracht, mit dem Hinweis, wir können leider nicht sagen wann sie dran sind. Alles war geplant, die genaue Zeit festgelegt, und nun wurde alles über den Haufen geworfen. Die Panik stieg und stieg, und mittlerweile war es bereits mittags. Als J. und N. sich gerade auf den Weg gemacht hatten Mittagessen für sich zu besorgen sollte es dann natürlich losgehen, und ich war allein. Die Schwester war so eklig und wollte eigentlich keinen mehr anrufen, aber irgendeiner rief dann doch noch N. an, und noch bevor ich in den OP kam tauchte er dann auf.

Niemals werde ich diesen Tag vergessen, wenn gleich er für mich nicht diese positive Energie hat, wie für viele andere Mütter. Als man dich mir das erste Mal ganz hauchzart an die Wange hielt konnte ich dich kaum wahrnehmen, es ging alles viel zu schnell, aber wichtig war, dass du jetzt nicht allein bist. Du solltest Papa bei dir haben, ich wollte, dass du in ein gutes Leben empfangen wirst.

Nach ungefähr 1 Stunde, die nachhaltig mein Leben veränderte, legte mir Papa dich endlich in den Arm, dich mein geliebtes süsses rosa Bündel Glück. Endlich war es da, dieses Hüpfen im Herzen, diese Freude, diese überschäumende Liebe, die wohl nur eine Mutter spüren kann.

Ich konnte es kaum glauben, aber da warst du, nach 10 harten Monaten, in denen ich die größte Angst hatte dich nicht lieben zu können. Du kleines perfektes Wesen, mein Kind, meine Tochter, in meinen Armen. <3 Einfach wundervoll, und wohl der schönste Moment den ich jemals erleben durfte…

Und jetzt, jetzt sitze ich hier, ohne dich. 7 Jahre ist dieser Tag her, der mein Leben so nachhaltig veränderte. Viel ist passiert, und ich kann immer noch nicht glauben, dass eine Macht sich einfach so in ein normal laufendes Leben drängen kann. Ich werde es niemals verstehen können!

Man kann uns vielleicht örtlich trennen, aber meine Liebe, meine kleine Prinzessin wird dich immer begleiten, dein ganzes Leben lang, denn du bist alles für mich, mein Kind, mein Engel, mein Herzchen, mein Everything! Ich wünschte ich könnte dir das auch genau so sagen, aber bis dahin wird noch viel Zeit vergehen.

Ich hoffe du hattest einen schönen Tag, egal wo immer du auch bist. *seufz* :'(

Nur noch kurz ein paar Worte.

Der Monat ist fast vorbei. Einiges hat mich aus der Bahn geworfen. Aber es geht weiter, es muss weiter gehen. Irgendwie.

C. ist wieder weg, aber das war er ja schon im August. Das zu realisieren ist für mich nicht ganz so einfach, aber so ist es. Mit ihm P., aber das war ja zu erwarten. So hat er mich wieder abgeschossen, und hat wie immer die Kontrolle behalten. Die letzten Worte waren eh nicht mehr nett, und ich wollte zuviel für ihn. Das tat weh, aber ich hab geschwiegen, was wohl das Beste war. Er wird nie verstehen wie ich funktioniere, er will es gar nicht. Dann soll es eben so sein.

Dann war die Einschulung von der Prinzessin. Auch wenn jetzt eigentlich juhu toll und so weiter kommen müsste, mich hat es nieder gestreckt gefühlsmässig. Ich bin auch noch gar nicht in der Lage darüber zu schreiben, aber ich wollte es wenigstens erwähnt haben.

Mit meiner Diagnosefindung bin ich teils weiter, und es war gut das ich beim Arzt war. Ich war so müde, ständig nur noch müde. Ich hätte Tage lang am Stück schlafen können, was aber natürlich nicht geht. Den ersten neuen Termin am 1. September musste ich absagen, an dem Tag war es wieder so warm, aber dann hat es sich langsam gegeben, und so war ich dann 10 Tage später wieder bei dem Rheumatologen, und die Blutwerte sind ganz anders als erwartet. Mein Vitamin D Wert ist nur noch bei 10, und meine Unterfunktion ist auch nicht mehr richtig eingestellt. Jetzt hat der Arzt mir erstmal Tabletten aufgeschrieben. 3 Wochen lang morgens und abends zusätzlich Vigantoletten, und das Thyroxin erstmal auf 50 erhöht. Jetzt muss ich nochmal zum Blutnehmen wenn ich die Kombi so ca. 4 Wochen nehme, und zum Ultraschall der Schilddrüse. Tja, und wenn dann erstmal alles weitere ausgeschlossen ist, wird am Ende wohl Fibromyalgie übrig bleiben. Rheuma ist ausgeschlossen, aber das ist ja klar gewesen. Der Arzt meinte 14 von 18 Triggerpunkte wäre ziemlich eindeutig, und auch sonst spricht ja viel für diese Erkrankung, nur ist die halt eine Ausschlusskrankheit. Er hat diese Diagnose jetzt auch mit an meinen Hausarzt geschickt, und ich bin gespannt ob der mir eventuell was aufschreibt, vielleicht geht es mir dann endlich besser. Ab und zu habe ich jetzt schon in einer FB-Gruppe darüber geschrieben, aber es fällt mir noch ziemlich schwer, weil ich immer das Gefühl habe, bzw. hatte, dass ich eh nicht ernst genommen werde. Es ist selbst bei Stefan so. Wenn er den Satz sagt: „Dir geht es eh immer schlecht.“, dann weiss ich ganz genau was er denkt. Und er sieht es gar nicht ein mir zu helfen. 🙁 Aber das war ja eigentlich klar. Es war die ganze Zeit so, und wenn es mal anders war immer nur mit Gemotze. Im Moment ist das auch wieder auf einem Maximum, das lässt mich schier verzweifeln.

Stefan hatte ja auch wieder angefangen zu rauchen, was ich absolut nicht nachvollziehen kann nach der langen Zeit ohne. Aber vor allem hat er auch nicht das Geld dafür. Tja, jetzt war sein Lungenvolumen nur noch auf 22%, also noch weniger als beim letzten Mal, aber das ist sein Problem. Ich will kein Mitleid mehr haben, weil er sich das selbst eingebrockt hat. Wie so vieles anderes. Er ist erwachsen, und dann muss er auch mit den Konsequenzen zurecht kommen. Ich hab wirklich lange genug geredet und hinter ihm gestanden, aber ich kann einfach nicht mehr. Ich bin am Ende mit den Nerven.

Dann bleibt mir nur noch zu sagen, dass ich mal wieder für jemand mein Herz geöffnet hab, aber nach der letzten grossen Enttäuschung (V.), weiss ich noch nicht wie ich mich nun darauf einlassen kann. Bisher habe ich die Frau einmal besucht, und es war wirklich schön, aber ich bin so mega unsicher. Aber wen wundert das auch bei all den Erfahrungen.