Unsicherheit.

Immer wieder fällt mir mein nicht vorhandenes Selbstbewusstsein auf die Füsse. Es macht mich ehrlich richtig fertig, und ich würde so gern einfach ignorieren was mir manchmal an den Kopf geworfen wird, aber ich kann es nicht, und das reibt meine Seele auf. Mein Herz zeigt es auf seine eigene Weise, und wenn das wieder der Fall ist, dann sollte ich handeln. Blöder Weise bin ich in solchen Fällen meistens wie erstarrt, das macht es leider nicht besser.

Es ist genau das Thema das ich gern bearbeitet hätte in der Klinik, aber da der Psychologe so lange weg war, und der Kunsttherapeut mich erst so spät in die Einzeltherapie genommen hat, hatte ich nicht all zuviel Zeit irgendwas zu verbessern, trotz der 8 Wochen in der Klinik. So hänge ich jetzt mit dem Mist wieder alleine da, und es reisst mich eins ums andere Mal in die Tiefe. Es raubt mir Kraft, die ich nicht habe.

Meine Sensibelität ist dabei auch nicht gerade eine Hilfe, sie macht es mir so schwer damit umzugehen.

Ich frage mich warum immer alle alles besser wissen. Selbst ähnlich gehandelt haben, aber bei anderen weiss man es besser. Ich frag mich was das soll?

Immer wieder wenn man nicht weiter kommt wird beleidigt, und ich frage mich ob man sich davon erwartet, dass ich eher nach ihrem Credo handel? An die Wand gedrückt und unfair behandelt bestimmt nicht. Und sobald ich nicht mache was andere für richtig halten bin ich die Böse.

Es muss weiter gehen, auch wenn mein Innerstes weint und ganz laut schreit „Schweigen“. Ich werde nicht mit gleicher Münze zurück geben was mir entgegen schlug, das bin ich nicht, und das werde ich nicht sein. Ich werde mich zurück ziehen, das ist alles was ich tun kann..

 

Hm.

Und schon wieder so eine lange Pause hier. Immer wieder nehme ich mir vor was zu schreiben, und würde ich das tun, wäre es meistens einfach nur negativ. Vielleicht bin ich es einfach leid nur rumzujammer, ich weiss es nicht. Dabei wäre es für mich so wichtig einfach die Gedanken die mich den lieben langen Tag beschäftigen festzuhalten.

Ich bin immer noch im Klinikum in Erlangen, verbessert hat sich kaum was, nur die Holztherapie (eigentlich Arbeitstherapie) macht mir ein wenig Spaß. Die Therapeuten sind nett, und denen ist wichtiger man kommt überhaupt, wenn auch nur kurz. Heute ging es aber gar nicht, also hab ich es gelassen. Die Sonne knallt in voller Stärke, alle freuen sich, nur ich nicht, weil mich die Migräne komplett im Schach hält. Natürlich hilft auch keine Tablette, aber wen interessiert das schon!?

6 Wochen und 1 Tag bin ich jetzt hier, und was die als Besserung sehen ist ein krampfhaftes Verstellen meinerseits. Ich soll immer zu allen lieb und nett sein, aber zu mir ist man das dann noch lange nicht. Bisher lag meine Hoffnung auf der netten Frau Sozi, aber die Hoffnung hat sich jetzt endgültig erschlagen, weil sie mich nicht verstehen will. Eigentlich ist all das recht einfach zu verstehen, aber es ist ihr egal. Mich macht das fix und fertig. Dabei wäre es so einfach gewesen das zu tun was ich gesagt habe. Aber Menschen mit Depressionen sind scheinbar total blöd, denen muss man nix glauben, und die müssen auch nix richtig wissen. Die kann man einfach abstempeln, das geht so schön einfach. Anstatt ihnen ein gutes Gefühl zu geben und ihre Stärken zu unterstützen. Was soll ich dazu sagen? Außer ich bin maßlos enttäuscht. So wird das einfach nichts.

Stefan hat endlich endlich wieder Arbeit, nichts was viel Geld einbringt, aber wenigstens kommt er wieder raus, und das ist so wichtig für ihn. Auch wenn ich ihm gern schon öfter mal so nen richtig fetten Arschtritt gegeben hab, hab ich ihm am Ende auch da wieder geholfen. Ich kann das einfach nicht, Menschen die mir grad noch total wichtig sind einfach zu ignorieren. Ich bin da einfach zu schwach für. Verdient hätte er es ohne Frage, aber dann tu und mach doch wieder ich. Andere machen ja wie ich gleich von Anfang sagte/fühlte nur blöde Sprüche und tun so als ob. Leider hilft das nicht weiter.

J. hat sich wieder gemeldet, davon bin ich einigermaßen überrascht. Aber was genau das wird, das weiss ich auch noch nicht.

Und ich Vollidiot habe wieder den Fehler gemacht ein „ja“ an der falschen Stelle zu sagen. Ich hätte einfach nicht drauf eingehen sollen. Nun grübel ich wieder nach, und weiss ja doch das es nichts bringt. Ich weiss auch das es damals nix geändert hätte. Ich bin mir einfach zu sicher, dass eben doch das Aussehen so ausschlaggebend ist/war.

Letzte Nacht hat irgendjemand von meiner Familie geheiratet. Komisch war das. Aber so schön, pompös, einfach traumhaft auf einem Schiff. Und das Feuerwerk. Achja. Aber vermutlich hat mir mein Gehirn auch damit nur wieder einen Streich gespielt. Heiraten werde ich in diesem Leben wohl eher nicht mehr. *schnief*

Die ersten Tage in Erlangen.

Die ersten Tage meines Klinikaufenthalts in Erlangen sind vorbei, und meine Schonzeit scheint endgültig vorbei. Eine Woche und einen Tag habe ich es bereits ausgehalten, aber der Stress ist riesig für mich. Ich hab mich noch nicht daran gewöhnt, und mein Fuß ist jetzt schon dick ist und schmerzt. Eigentlich müsste ich jeden Abend und Morgen laufen wenn es nach dem Plan geht, aber das kann ich nicht. Verständnis hin, Verständnis her, so ist es nun mal, und das ändert weder ein strenger böser Spruch, noch ein nettes Wort. Gut fühl ich mich deshalb auch nicht gerade, aber ich hab mir diesen blöden Körper auch nicht aus gesucht. Ich würde gern tauschen, aber wer will das schon freiwillig?

Ich hab mich jetzt schon in der Holzgruppe vorgestellt, aber mehr als eine Stunde halte ich den Krach nicht aus. 🙁 Ergo ist für mich zu lang, 2,5h. So richtig hab ich nichts auf die Reihe bekommen. Der ganze Stress, die viel zu engen Pläne ohne Pausen, das raubt mir den letzten Nerv.

Mit Stefan ist und bleibt es schwierig. Ich frag mich wie da wieder etwas werden soll? Er weiß nach fast drei Jahren nichts mit mir anzufangen. Klar er gibt sich immer wieder Mühe. Aber es ist mir zu wenig. Ich verhungere emotional, aber das bekommt er nicht mit. Traurig aber wahr.

 

Zerbrochen.

Ich glaube gestern habe ich den dümmsten Fehler seit ca. 1,5 Jahren begangen. Ich hab darüber zwar schon länger nachgedacht, aber manchmal ist es einfach besser die Klappe zu halten. Aber gestern Abend brach mal wieder alles über mich herein, und in diesem emotionalen Tief musste ich feststellen wie unwichtig ich bin. Mich zerreißt es, und ich kann nichts daran ändern. Nochmal alles aufgezählt zu bekommen was ich alles nicht habe hat mich zerrissen, und wieder in diese Kerbe gehauen, die mir schon die ganze letzte Zeit zu schaffen macht. Und dann immer diese Erinnerung „du bist es nicht wert“, und das sitzt so tief, wie es nur sitzen kann.

Jetzt bin ich in einer Klinik und trotzdem fühl ich mich einfach nur wertlos, und bekomme nicht annähernd das Gefühl das ich auf dem Weg der Besserung bin. Ich schaffe es ja nicht mal nach vorn zu gehen und zu sagen wenn mir was fehlt. Mir fehlt aber etwas, bei dem mir niemand helfen kann. Kein Mensch dieser Welt wird es schaffen mich wieder auf den rechten Weg zu lenken, wenn diese Abscheu so tief sitzt.

Und wieder diese Gedanken vom Ende…