Kein Sinn mehr.

Das Jahr ist noch nicht alt, aber ich quäle mich, jeden Tag. Jeden Tag muss ich ertragen wie Stefan sich benimmt. Jeden Tag bin ich seinen Launen ausgesetzt. Mit ihm zu reden ist ein Kampf, und wenn ich ihm versuche klar zu machen wie etwas gemacht werden sollte, versteht er es nicht und bockt nur rum, oder schreit mich an. Er tut immer so als macht er alles, aber zu Hause ist das nicht der Fall, und ich schaffe nicht alles allein. Ihm ist das egal. Wenn er mir dann wenigstens nicht noch immer alles komplizierter machen würde, aber er verschließt seine Ohren, alles was bei ihm zählt ist sein Recht. Er ist der Boss, ich hab die Klappe zu halten. So behandelt er mich schon immer.

Gestern waren wir mal wieder an dem Punkt, dass ich ihn ja nicht lieben kann, und nur da bin wegen den Tieren, und weil er das dann bezahlt. Er schreit mich an, und im gleichen Moment will er hören das ich ihn liebe? Oder will er mich einfach nur los werden?

Am letzten Samstag, den ersten richtig kalten Tag in diesem Winter wurde unser Gas im Haus wieder abgestellt. Wir hatten keine Vorwarnung und nichts, und da fing es an. Ich hätte es nicht geglaubt, aber es war dieser verdammte Gasverein hier. Einfach pure Willkür, und das obwohl bekannt war wie kalt es wird. Witziger Weise lief das Gas kaum nen Monat wieder. Ich kann zwar verstehen das sie auf Stefan Frust schieben, aber es läuft gar nicht auf ihn. Jetzt wollen sie 400 € Vorauszahlung! Die haben doch den Schuss nicht gehört. Mit etwas Druck scheinen A u V wohl hinbekommen zu haben das es schnell wieder freigeschaltet wird, was dann Mittwoch war. Aber verstehen kann ich das Verhalten von denen trotzdem nicht. Ich kann zwar auch Stefan sein Verhalten nicht verstehen, denn er hatte bis zum Schluss den Ernst der Lage nicht erkannt, aber das ist eine andere Sache. Die letzten Tage haben wir also wieder mit Heizlüftern versucht Wärme in die Räume zu bekommen, und abends hat Stefan den Kamin angemacht, das war dann ganz angenehm, die Tiere kuscheln sich dann immer alle mit auf die Couch. Was ich aber eigentlich sagen wollte, da fing Stefan an mit „ja wäre ja besser wenn du nen Anderen hättest“. Er fing mit einmal an zu heulen, dabei war mir schon lange danach. Ich glaube seit da durfte ich mir jeden Tag sowas anhören. Seit aber das Gas wieder an ist ging das ins Aggressive über.

Kritik an ihm ist verboten, er macht alles immer richtig. Erst mault er das ich zusätzliche Schälchen kaufe für die Tiere, und dann benutzt er sie für wen er will. Ich begreife das nicht. Maddy hat die Katzen angeknurrt, weil er ihnen ihre Schale gegeben hatte. Sie dachte dann natürlich es ist ihre, und das dauerte echt ne ganze Weile, bis die Katzen nachgegeben haben. Aber das ist ja nicht Sinn und Zweck. Ich hab halt nur eine von den Schalen. Kann er dann nicht eine von den anderen nehmen? 🙁 Sie ist halt nun mal die Kleinste hier, und dann soll er ihr doch ihre Sachen lassen.

Dann kommt immer der Spruch „du willst ja nur streiten“. Ja ist klar, ich will nur streiten, weil ich ja auch sonst keine Probleme habe. Er merkt gar nicht wie sehr mich das alles belastet und das ich immer stiller werde. Für ihn ist das dann oft gleich gegessen, und er erwartet das es für mich auch so ist. Ich darf nichts mehrfach sagen, aber wenn ich abfrage was ich gesagt habe, merke ich, dass er mir Null zugehört hat. Das ist oft so, und dann tut er so als hätte ich ihm das nicht gesagt.

Im Moment fühle ich mich einfach nur einsam. Blöd wenn man keine Freunde hat, aber so ist das eben. Ich muss mir wohl ernsthaft einen Kopf machen wie ich da endlich raus komme, aber bei dem Gedanken bekomme ich einfach nur tierisch Panik. 🙁

Eine kleine Liebeserklärung.

Wie schnell 5 Tage doch vergehen können. Jetzt sitze ich hier in meinem Hotelzimmer, bin schon wach, obwohl ich das gar nicht sein möchte, weil die Waschmaschine schon neben mir im Turboflug abgehoben ist, und ich weiss, in zwei Stunden muss ich aufbrechen, und dann ist es gar nicht mehr all zu lang, und ich werde Berlin wieder ganz verlassen für eine lange Zeit. Wieder zieht und schmerzt mein Herz beim Gedanken daran, aber ich weiss, ich werde wieder kommen, noch in diesem Jahr. Das macht die Schmerzen etwas erträglicher, als wenn es wieder so ungewiss wäre, dass es Jahre dauern könnte. Aber niemals werde ich meiner Herzensheimat wieder so lange den Rücken zudrehen, auch wenn ich hier nicht mehr die Freundschaften habe, die ich vor Jahren noch hatte. Mein Herz hängt nicht an den Menschen dieser Stadt, es hängt an ihr selbst. Das heißt nicht das hier alles perfekt, oder super ist. Diese Stadt hat soviel was man sonst kaum irgendwo findet, und schon gar nicht in unserem Städtchen in Bayern. Ich hab ja nun schon wirklich viele Orte gesehen, in vielen habe ich sogar vielleicht gewohnt, aber keine konnte mich wieder so in ihren Bann ziehen. Berlin ist für mich Freiheit pur. Meine ganz persönliche Freiheit, die ich so lieben gelernt habe damals, damals als ich mich noch so winzig klein fühlte und keine Hand hatte die mich führte. Aber immer wieder wurden mir eben genau diese Hände entgegen gestreckt, Hilfestellung gegeben, und dann lief ich, lernte freihändig zu laufen. Jetzt wo ich es kann, schmerzt es um so mehr, dass ich diese Freiheit nicht mehr gefühlt leben kann. Nürnberg ist nicht das Selbe, nicht das Gleiche. Ich vermisse meine Herzensheimat jeden noch so winzigen Bruchteil einer Sekunde, in der ich ihr nicht nah sein kann.

Ich drehe mich im Kreis.

Nun, da ich einen Termin in Nürnberg hatte, bin ich heute wieder in meiner Wohnung. Eigentlich nichts ungewöhnliches, aber ich möchte gern hier bleiben bis Freitag, auch wenn ich den Termin Freitag vielleicht nicht wahrnehmen kann. Ich brauchte ein wenig Abstand, ein wenig Ruhe. Ich muss einfach mal aufatmen, und das war bei Stefan zu Hause einfach nicht mehr möglich.

Ich weiss nicht wie lange das Problem jetzt schon besteht, aber Stefan kommt nahezu jeden Tag mit nörgeliger Laune heim, und wenn er mal gute Laune hat, dann MUSS ich auch gute Laune haben, aber so läuft das halt nicht. Oftmals überfordert er mich dann auch mit seiner übermässig guten Laune, und quatscht mich so zu, dass ich davon Kopfschmerzen bekomme, und alles dicht macht. An den anderen Tagen hingegen kommt kein ein gescheites Gespräch zustande, und das macht mir wirklich zu schaffen. Ich glaube das würde jedem so gehen.

Ich möchte manchmal einfach auch mal über Alltägliches reden, über Sachen die er so macht, einfach um an seinem Leben teil zu haben. Aber er sieht es als Angriff. Am WE warf er mir vor, ich würde ja sagen, dass er nichts tut. Hammer, wie kann er auf sowas kommen? Der Mann ist doch mit seiner Arbeit verheiratet, ich würde nicht mal im Traum dran denken das zu sagen, oder zu denken. Ich glaube, dass er da eher seine Sorgen, dass er nicht genug tut, oder nicht genug Geld raus kommt, auf mich projeziert. Gesagt habe ich sowas jedenfalls nie.

Mir gehen dazu einige Gedanken im Kopf rum, und ich glaube, nach der fetten Flaute Ende letztes Jahres bei seinem alten Arbeitgeber ist er irgendwie noch seltsamer geworden, und ich bin mir dabei sicher, das hat überhaupt nichts direkt mit mir zutun. Selbst jetzt ist er wieder der beste Verkäufer, aber es sind auch mehr die sich ein Büro teilen. Stefan, so ist mein Gefühl, zweifelt aber schon wieder an allem, ob der Wechsel richtig war, und so weiter und so weiter. Ich weiss nicht was er sich versprochen hat, aber am Ende hat er im Moment definitiv weniger raus, und das wird ihm zu schaffen machen. Leider spielt er da nicht mit offenen Karten, und das nach über zwei Jahren Beziehung. Muss man ein gemeinsames Konto haben um etwas über den aktuellen Lebensstandard wissen zu dürfen? Das will ich nicht glauben! Aber er wollte mich doch auch heiraten, und wenn man das macht, dann sollte man doch da auch ein gewisses Vertrauen zueinander haben, aber hat er das wirklich zu mir? Das kam mir schon mehrfach in den Sinn, weil ich nicht verstehe, wieso ich nie weiss wo wir gerade stehen. Das hört sich blöd an? Es fühlt sich noch blöder an.

"Zufällig" hab ich am Samstag erfahren, dass Stefan das Auto seiner Mutter schon mindestens über einen Monat verkauft hat, wenn nicht länger. Das war irgendwie total seltsam für mich. Nicht das er das nicht darf, nein das ist es nicht, aber ich hätte mir ehrlich gesagt gewünscht, dass er mit mir darüber auch mal redet. Das ist soooo seltsam alles mit ihm, und das schafft mich zunehmend. Da ist etwas, da ist eine riesige Sperre, und ich glaube er merkt das einfach nicht.

Aber um auf die aktuelle Situation zurück zu kommen. Nun bin ich ja in meiner Wohnung, und schon als er heute Abend vorbei kam um mir Geld zu bringen war er ganz anders zu mir, als wenn er heim in seine Wohnung kommt. Er redet dann sogar, wenn auch nur kurz, mit mir, und es gibt mal ein Küsschen. Er behandelt mich viel besser wenn ich hier bin, und er gibt sich seltsamer Weise wieder Mühe. Ich frage mich, wieso kann er das denn nicht wenn ich bei ihm zu Hause bin?  Er kann da richtig nett sein, da erinnert er sich sogar an seine Gentleman-Kenntnisse. Er lacht, er ist freundlich, und dann kann er gehen. Zu Hause erwartet ihn keiner der meckert, der sich beschwert, der auch noch Wünsche hat. Stefan ist der geborene Junggeselle, oder aber er braucht ein Hausmütterchen, etwas, dass ich für ihn niemals sein kann, und da ist der Hacken an der ganzen Sache. Das macht mich traurig, und ich kann es zu einem gewissen Punkt auch verstehen, dass er sich das so wünscht. Er hatte es ja immer so, eigentlich war er ja nie lange alleine, und seine Frauen waren bisher schlichtweg anders als ich. Ich passe nicht in das Schema, und das weiss er. Immer wieder frage ich mich, warum er sich dann keine andere sucht. Aus Faulheit? Oder weil er mich wirklich irgendwo liebt? Er sagt das zwar, aber ich fühle es nicht. Das kann er natürlich nicht verstehen, aber so ein Alltag kann auch viel kaputt machen, das ist ja kein Geheimnis. Er hat allerdings auch schon einmal gesagt, beim letzten großen Crash, dass er mich nicht mehr liebt, wie denn auch wenn er immer nur gemeckert wird. Ja so war das.

Unweigerlich denke ich an die Zeit zurück, als ich noch nicht in der eigenen Wohnung war, wie er da noch war. Eins ist klar, Stefan ist der Jenige meiner Männer, der ganz schnell auf Alltag umgestellt hat, und meint er ist sicher. Wenn er sich nur zu sicher fühlt, kann das schnell nach hinten los gehen, da sind schon ganz andere auf den hintern gefallen. Ich denke an vergangene Beziehungen, und auch da war ja nicht alles schlecht, wenn gleich irgend etwas immer zum Aus führte. Es gab dabei Männer, die haben mich wirklich auf Händen getragen. Für die war ich ihre Prinzessin. Selbst diese Männer mussten mir immer wieder zeigen, dass sie mich lieben, sonst drehte mein Verstand nur all zu schnell durch, und fing das Zweifeln an. Aber mit Stefan ist das alles anders.

Und bitte, jetzt soll mir keiner erzählen das liegt am Alter, das glaube ich nicht. Er ist einfach komplett anders. Und obwohl dieses "Schöne" ihm auch gefällt, das was er ja so abwertend Romantik nennt, kann er sich damit nicht identifizieren. Bei ihm im Kopf ist da wohl als erstes "das kostet mehr Geld als die einfache Standard-Version". DAS… macht mich traurig. Das macht mir dieses ganze Genießen" kaputt. Ich wünschte er würde verstehen, dass diese kleinen Liebesdienste viel von dem Zeigen, was man für den anderen empfindet…

Der ewige Kampf um Liebe.

Ich glaub ich bin in einem Kreis aus diesem ewigen Kampf um Liebe gefangen. Alles was ich mir wünsche war stets und ständig Anerkennung, Liebe, eben das was sich jeder Mensch, jedes Kind wünscht. Aber scheinbar soll mir das nicht vergönnt sein. Wenn mir die Leute erzählen auch sie haben keine Liebe bekommen, frage ich mich, können die wirklich verstehen wie das war? Und wieso zum Teufel verhalten sie sich nicht anders? Aber dann überkommt mich die Erkenntnis, dass die meisten wohl einfach spiegeln, nicht mal was dazu können, einfach nur ein Abbild ihrer Eltern sind. Schon meine Mutter sagte immer, ich war ja erst so ein liebes Mädchen, und dann wurde ich böse/frech/what ever. Und heute ist es nicht anders, alle sehen mich erst als das liebe Mädchen, und wenn dann das ganze Ergebnis erscheint, dann sagt man, och nö, so hab ich dich nicht gewollt, du entsprichst nicht meinen Vorstellungen, ich lass dich fallen, fehlerhafte Menschen mag ich nicht.

Dabei frag ich mich, was soll das eigentlich? Denken diese Menschen sie haben keine Fehler?

Wie oft in meinem Leben habe ich wohl schon vergeben? Angefangen bei meiner Mutter kann ich das mittlerweile gar nicht mehr zählen. Bei C.? Keinen Plan, es war zu oft, viel zu oft. Und wenn man mich fragt, was wäre wenn er wieder ankommt, dann möchte ich gern antworten, dass es das jetzt endgültig war, aber kann ich das wirklich? Auch bei S. waren es so einige Male, aber sie hat es wenigstens versucht wenn ich abgedreht bin mich trotzdem nicht gleich weg zu werfen. Selbst bei Stefan war es jetzt schon so oft. Aber auch bei allen anderen Menschen die mir irgendwann mal nahe standen, immer wieder lief das so.

Bin ich mir nicht mehr wert? Das Thema hatte ich ja erst. Nein, bin ich mir nicht. Ist es nur Abhängigkeit? Nein, die Suche nach Liebe und Anerkennung ist es. Es ist immer wieder genau das Gleiche. Vermutlich ist da noch eine ganze Portion Abhängigkeit dabei, aber mal ehrlich, wir Menschen sind doch nicht gemacht um allein zu sein, oder? Obwohl ich wirklich gern mal alleine bin, vor allem wenn ich grad wieder Tage lang gestresst wurde, möchte ich nicht komplett allein sein. Trotzdem ist bei mir immer noch dieser Wunsch nach menschlicher Nähe und Anerkennung und Liebe. Blöder Weise ist für die meisten menschliche Nähe etwas anderes als für mich. *seufz* Im Moment merk ich das auch wieder ganz arg bei Stefan, und ich weiss, er ist auf die Katzen eifersüchtig. Manchmal denke ich mir, man merkt mir wirklich an, dass ich ein “Katzenmensch” bin. Wenn mir was nicht passt, beisse ich. *lol* Ja, ich weiss schon, nicht so witzig, im Moment ist das ja auch eingestellt. Aber Gismo ist mir so so so ähnlich, nur, dass er es im Moment beim Fauchen belässt. Ansonsten, wenn ein anderes Kätzchen hinzu kommt verkriecht er sich, und kommt von selbst so gut wie gar nicht mehr vor, meldet sich auch nicht von selbst. *lol* Ja, erkennt mich jemand darin? Ja genau so bin ich, haargenau so! Und trotzdem, diese innere Sehnsucht ist trotzdem immer da. Aber woher soll ich wissen wie ich damit umgehen soll, wenn ich das nie gelernt habe?

Ich weiss, ich bin für die meisten ein einziger Alptraum, aber auch wenn ich nicht so wirke, freue ich mich immer mit allen anderen Menschen mit, und das ehrlich. Scheinbar kommt meine Mitfreude nicht an, und das macht mich echt traurig. Aber gut, wie hat S. immer so schön gesagt, wenn ich in deine Augen sehe ist das für mich die größte Freude. Blöd, dass das nicht alle können, und sie jetzt auch nicht mehr. Man sagt ja so schön, Augen sind der Spiegel der Seele, und das stimmt absolut.

Bei einem bin ich mir aber absolut sicher, auch wenn ich vielleicht bei erwachsenen Menschen Probleme mit Nähe usw. habe, meine Prinzessin und meine Tiere bekommen all meine Liebe, und das ist eine ganze Menge, eher fast zuviel, naja… dafür wird man dann natürlich auch wieder gerügt. Aber bei Erwachsenen bin ich halt ein verängstigtes wildes Tier, und anstatt mich vorsichtig an sich zu gewöhnen und zu zähmen wollen alle direkt, dass ich perfekt bin. Das bin ich aber nicht, und so stehe ich mal wieder alleine da, weil man meine Worte einfach falsch verstehen will. Weinendes Smiley Scheisse ey.

Liebe. ♥

Es ist so schön geliebt zu werden, auch wenn es nur ein kleines Kätzchen ist. Solch eine Liebe kann einem mehr geben, als von jedem erwachsenen Menschen. Der kleine Zwerg zeigt mir gerade wie sehr er mich liebt, kuschelt an mir, und schmust und schmust und schmust. ♥